Fußballmädchen in Kampflaune
Regionalentscheid der WK IV Mädchen in Viechtach
Am 12.05.2026 fand der Fußball-Regionalentscheid in Viechtach gegen das Comenius Gymnasium Deggendorf statt. Trotz eisiger Temperaturen kamen die Mädchen gut vorbereitet ins Spiel – und die Aufregung war in den ersten Minuten deutlich spürbar.
Die Deggendorferinnen erwischten den besseren Start und erzielten bereits in der 3. Minute das 1:0. Ein Schuss, der eigentlich als Flanke gedacht war, senkte sich als schöner Treffer hinter unsere Torfrau ins linke obere Eck und brachte die Deggendorferinnen in Führung.
Viele Chancen und großer Kampfgeist
Unser Team reagierte darauf sofort und lief in der Folge dem Rückstand hinterher. Mit großem Einsatz suchten die Mädchen den Ausgleich. Durch taktische Umstellungen in der zweiten Halbzeit, konnte man sich zunehmend Chancen erarbeiten, die jedoch leider nicht in Treffer umgemünzt wurden. Auch die Deggendorferinnen setzten immer wieder kleine Nadelstiche und machten es unserem Team schwer, die Kontrolle zu übernehmen. Das Spiel blieb über weite Strecken hart umkämpft und spannend– doch sowohl bei uns als auch bei der gegnerischen Mannschaft fiel in der weiteren Spielzeit kein weiterer Treffer. Am Ende blieb es beim Ergebnis 1:0 für die Deggendorferinnen.
Motivation trotz fehlendem Glück
Trotz der Niederlage sind wir sehr stolz auf unser Team. Die Mädchen haben enormen Einsatz gezeigt und sich als würdige Gegner im Regionalentscheid präsentiert. An diesem Tag hatte das Glück leider nicht auf unserer Seite gestanden – doch die sportliche Leistung war klar erkennbar. Die Enttäuschung ist da, aber vor allem bleibt die Motivation. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und werden wieder voll angreifen.
(Bianca Schiller)
Römer zum Anfassen
Dies Latinus 2026 – Latein zeigt sich anschaulich
Der diesjährige dies latinus der 6.Klassen stand unter dem Motto „Die Römer zum Anfassen“. Auf Vermittlung von StRin Röger konnte Jürgen Kettner, ein handwerklich geschickter Hobby- und Experimentalarchäologe alias Secundus Alba, und dessen Tochter, Doktorandin in Berlin, für einen Tag zu uns an die Schule geholt werden.
Von der Tora bis zum Soldatenstiefel
Neben dem Anlegen der obligatorischen Toga durften die Lateinanfänger auch noch die Ausrüstung eines römischen Soldaten selbst ausprobieren und sich gegenseitig in römischen Spielen messen, z.B. in Mühle mit verschiedenfarbigen Erbsen.
Ganz praktische Gegenstände wie römische Winter- und Sommerschuhe, ein römisches Türschloss und Soldatenstiefel bis hin zu einer Groma, einem römischen Vermessungsinstrument, wurden bestaunt.
Die Schülerinnen und Schüler stellten viele konkrete Fragen, für die im Unterricht oft keine Zeit bleibt.
Von den Geheimnissen lateinischer Inschriften
Am Nachmittag hörte sich dann außerdem das W-Seminar Latein 2025/27 eine kurze Einführung zur Inschriftenkunde (Epigraphik) von Nathalie Kettner an und tauschte sich zu Literatur zum Thema des W-Seminars, nämlich Sklaverei, aus – ein kleiner Brückenschlag zur universitären Arbeitsweise.
Die Fachschaft Latein bedankt sich für die aufgebrachte Zeit und die vielen Realien, die die Fachschaft in ihrer Sammlung für künftige Schülerinnen und Schüler behalten darf.
(Daniel Lauber)
Maibaumfest mit musikalischer Note
P-Seminar Musik des Gymnasiums Zwiesel in Aktion
Sowohl an der Christophorus-Schule in Schweinhütt als auch im Kindergarten am Kirchplatz in Zwiesel sorgte das P-Seminar Musik des Gymnasiums Zwiesel für eine gelungene und unterhaltsame musikalische Umrahmung des Maibaumaufstellens.
Vom Kinderlied zur Volksmusik
Mit kindgerechter, aber auch traditionell bayerischer Volksmusik begleiteten die sechs Musikerinnen die Feiern und schufen so eine festliche Atmosphäre. Gleich zu Beginn sorgte dabei das eindrucksvolle „Trompetenecho“ für einen gelungenen musikalischen Einstieg.
Begeisterung über Instrumente
Neben der Musik war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Essen und Getränke luden die Besucherinnen und Besucher zum gemeinsamen Verweilen ein. Besonders die Kinder hatten zudem große Freude daran, die verschiedenen Instrumente, die die Musiker mitgebracht hatten, selbst auszuprobieren und erste eigene Töne zu spielen.
Sowohl die Mitwirkenden des P-Seminars als auch die Gäste freuten sich über die gelungenen Veranstaltungen, bei denen Gemeinschaft, Tradition und Musik im Mittelpunkt standen.
(FM)
Zwiesel und Beauvais – un couple parfait
Gelungener Schüleraustausch des Gymnasiums mit Frankreich
Zwölf Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Zwiesel durften mit ihren begleitenden Lehrkräften Birke Mohwinckel und Daniel Lauber genau diese Erfahrung machen: Zwiesel und Beauvais sind ein perfektes Paar für einen Schüleraustausch.
Gemeinsames Kennenlernen
Eine Woche verbrachten die französischen Freunde aus der nordfranzösischen Stadt Beauvais, ungefähr eineinhalb Stunden nördlich von Paris, bei ihren deutschen Austauschschülern im Bayerischen Wald. Besuche im Haus zur Wildnis, im Glasmuseum und ein Tag in München mit Allianzarena waren die Höhepunkte. Einblicke in das deutsche Schulsystem und das Leben in den Familien gingen damit einher. Um sich gegenseitig noch näher kennenzulernen, organisierte man einen gemeinsamen Abend mit selbst gemachten bayerischen Schmankerln, der allen viel Spaß machte.
Von Beauvais nach Paris
Nach einer gemeinsamen Zugfahrt nach Frankreich erwartete die deutschen Schülerinnen und Schüler ein ähnlicher Einblick in unser Nachbarland, sowohl in den Schul- als auch den Familienalltag. Neben einer Stadtbesichtigung in Beauvais mit der höchsten, allerdings unvollendet gebliebenen Kathedrale Europas und dem Museum MUDO war ein Tagesausflug nach Paris sicher der Höhepunkt. Eine Schiffstour auf der Seine zeigte die bekanntesten Sehenswürdigkeiten von der Flussseite aus.
Sehr freundlich empfangen wurden die Gäste sowohl von den Bürgermeistern in Langdorf als auch in St. Crépin. Aus dieser Partnerschaft entstand schließlich einmal bei den französischen Kolleginnen Sophie Brelet und Marie-Cécile Bertaux die Idee eines Schulaustausches. Alle waren sich für das nächste Jahr einig: c´est à refaire! – wir müssen es unbedingt wiederholen!
(Daniel Lauber)
Fußball-Mädchen zeigen sich kämpferisch
Regionalfinale der WK II in Deggendorf
Am 30.05.2026 fand der Regionalentscheid der Mädchen in Deggendorf statt. Bei schönem Wetter hatten unsere Fußballmädels leider etwas Lospech und mussten gleich zu Beginn gegen starke Gegner antreten.
Spiel gegen beste Mannschaften
Im ersten Spiel traf man direkt auf den späteren Gewinner des Turniers, die Realschule aus Osterhofen. Diese Mannschaft hatte gleich drei außergewöhnlich gute Spielerinnen im Kader. Entsprechend startete das Turnier mit einer 7:0 Niederlage.
Als zweite Mannschaft kam anschließend die zweitbeste Mannschaft des Comenius Gymnasiums aus Deggendorf. Auch hier musste man sich mit 4:0 geschlagen geben. Danach folgte das Spiel gegen das Robert Koch Gymnasium. In dieser Partie hatte unsere Mannschaft mehrmals Pech, sodass man sich letztlich mit einem 0:0 zufriedengeben konnte, da auch die andere Mannschaft Chancen auf einen Sieg hatte.
Teamgeist ist alles
Im letzten Spiel war die Luft dann deutlich raus, und man verlor gegen die Realschule aus Viechtach mit 2:0. Trotz der Ergebnisse zeigte unser Team insgesamt gute Spiele, die von einem großen Kampfgeist, einer fairen Spielweise und der Anerkennung der Stärken der gegnerischen Mannschaft geprägt waren. Besonders hervorzuheben ist unsere Torfrau Paula: Sie glänzte mit starker Leistung, konnte sich gut behaupten und parierte sogar einen 9-m-Schuss.
(Bianca Schiller)
Das GZ strebt hoch hinaus
Q12 hält Maibaumtradition aufrecht
Wie allenthalben in Dörfern und Gemeinden wuchs auch mitten auf dem neu gestalteten Außenbereich des Schulareals des Gymnasiums Zwiesel, dem ehemaligen Loy-Gelände, ein stattlicher Maibaum in den strahlend blauen Frühlingshimmel.
Initiative der Q 12
In bereits bewährter Tradition kümmerte sich die diesjährige 12. Jahrgangsstufe erneut in professioneller Weise um Vorbereitung, Schmuck und Sicherung des Maibaumes, unterstützt von den Künstlern der Schule, die passende Symbole aus dem Schulleben für den Baum gestalteten. So zieren Bienen als Zeichen für die Schulimkerei, ein Luchs als Symbol für die Nationalparkschule und Skiläufer bzw. Radfahrer als Zeichen für das vielfältige Sportangebot des Gymnasiums den Stamm. Gesponsert wurde das schöne Stück von Eva Schleicher (Q12) und Simon Well (Q12) kutschierte den Baum in professioneller Weise auf das Schulgelände.
Professionelle Aufstellung
Und so wurde am 4. Mai – in der Vorwoche war aufgrund der gerade laufenden Abiturprüfungen die Aktion nicht möglich – ein in traditionellen weiß-blauen Farben und von einer kleinen Fichte gekrönter, wunderbar geschmückter Baum angeliefert, um schließlich in der Mittagspause unter zünftiger musikalischer Begleitung durch Lukas Draxler (11. Klasse) in die Höhe gehievt zu werden. Dabei zeigten die Burschen aus der 12. Jahrgangsstufe ihr handwerkliches und traditionserprobtes Talent, indem sie den Baum in bewährter Manier mit „Schwaiberln“ die Senkrechte brachten und sicher mit Keilen befestigten. Darauf wurde dann – natürlich alkoholfrei – angestoßen.
Positive Symbolik
Unter großem Applaus der Schulfamilie dankte die Schulleitung den tüchtigen Maibaum-Aufstellern und Mitgliedern der SMV, die die hungrigen Zuschauer mit Würstlsemmeln versorgten. Alle wünschen sich, dass der Maibaum im Schulumfeld – in Anlehnung an die alte Symbolik als Frühlings-, Fruchtbarkeits- und Wachstumssymbol – viele gute Gedanken reifen, Persönlichkeiten wachsen und Projekte gelingen lässt.
(Martina Kuchler)
Freude über den neuen Außenbereich
Ehemaliges Loygelände wird Spiel- und Spaßarena
Mit großer Freude konnte die ganze Schulfamilie die Öffnung des neuen Außenbereiches der Schule auf dem ehemaligen Loy-Gelände begrüßen!
Pünktlich zum Beginn der ersten warmen und sonnigen Tage haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Pausen- und Freizeiten in einem hell und freundlich gestalteten Ambiente zu verbringen und endlich wieder Bewegung zu genießen: Zahlreiche Kletter- und Spielgeräte, Ruhebänke, überdachte Regionen mit vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten locken ins Freie und regen dazu an, neben dem Geist auch den Körper zu ertüchtigen.
Die Unterstufe hat die neuen Geräte bereits getestet, aber nun muss noch ein wenig gewartet werden, bis der frisch gesäte Rasen aufwächst! Aber dann steht jeglichem Bewegungsdrang nichts mehr im Wege!
Die gesamte Schulfamilie sagt herzlichen Dank an den Sachaufwandsträger, der den Schülerinnen und Schülern wie den Lehrkräften dieses Frühjahrsgeschenk gemacht hat!
(Martina Kuchler)
Fußballdamen unterwegs
Zwieseler Gymnasiastinnen mutig und erfolgreich im Fußball
Landkreisfinale in Ruhmannsfelden
Fußball WK III
Bei strahlendem Sonnenschein fand am 24.04.2026 in Ruhmannsfelden das Landkreisfinale der Schulen im Fußball der Mädchen statt. Im Wettbewerb der WK III trafen das Gymnasium aus Zwiesel und die Realschule aus Viechtach aufeinander. Beide Mannschaften zeigten über die gesamte Spielzeit engagierten Fußball. Besonders überzeugten sie durch schöne Kombinationen sowie eine hohe Laufbereitschaft. Früh zeichnete sich ab, dass es ein Spiel auf Augenhöhe wird, in dem Details den Ausschlag geben. Die Realschule aus Viechtach startete mit mehr Durchschlagskraft: Dank besserer Abschlüsse gingen die Viechtacherinnen in der ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung.
Nach der Pause gelang es dem Team aus Zwiesel, das Spiel durch Umstellungen in der zweiten Halbzeit deutlich offener zu gestalten. So konnten sich die Zwieselerinnen mehrere gute Chancen erarbeiten und waren spürbar näher am Tor. Leider fehlte in einigen Momenten die letzte Präzision: Die Abschlüsse waren nicht immer so scharf und zwingend wie gewünscht. Zudem zeigte sich im Tor der Realschule Viechtach eine starke Torhüterin, die weitere Möglichkeiten vereitelte. Am Ende setzte sich Viechtach mit 4:0 durch. Trotz der Niederlage bot das Gymnasium aus Zwiesel eine wirklich beeindruckende Leistung. Wegen der guten Chancen und des großen Mutes zeigte die Mannschaft großen Einsatz und Charakter. Das Team kann sich damit auf den zweiten Platz im Kreisfinale freuen und hat eine starke Grundlage für das nächste Jahr gelegt.
Bericht Fußball WK IV
Am Kreisfinale der Schulen der Mädchen in der WK IV galt es für unsere Mannschaft gleich zwei Gegner zu bezwingen. Das Turnier begann mit dem Spiel gegen die Realschule aus Zwiesel. Hier konnte man souverän mit 6:0 gewinnen – eine wirklich beeindruckende Leistung. Von Beginn an zeigte sich unsere Stärke im Mittelfeld: Dort wurde „gezaubert“ und gedribbelt, der Gegner wurde nach Strich und Faden beschäftigt. Dazu kamen eine sichere und konzentrierte Defensive, die von Abwehrchefin um Pia Pongratz hervorragend organisiert wurde. Auch im Tor hatte man mit Luisa Hähnel eine starke Torfrau, die bei einem Zwischenstand von 2:0 zwei richtig gute Chancen des Gegners entschärfte. Offensiv überzeugten unsere Spielerinnen ebenfalls. Rosa Reisinger erzielte in diesem Spiel drei Tore. Helena Schreder steuerte zwei Treffer bei und Magdalena Ertl durfte sich über ihr erstes, sehenswertes Tor freuen. Im zweiten Spiel traf unsere Mannschaft auf die Realschule aus Viechtach. Auch hier dominierte man das Spielgeschehen deutlich. Allerdings dauerte es eine Weile, bis der Führungstreffer fiel: Durch einen Standard ging man schließlich mit 1:0 in Front. Helena Schreder brachte die Ecke gut in den Strafraum, und Marie Haller konnte unsere Mannschaft in Führung bringen. Danach hatte man zahlreiche hochkarätige Chancen, die leider nicht konsequent genutzt werden konnten. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Rosa Reisinger auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel spielte unsere Mannschaft weiterhin klar auf ein Tor. Mit zwei weiteren schönen Treffern durch Helena Schreder konnte man den Sieg schließlich auch in dieser Partie deutlich nach Hause bringen. Alle Mädels zeigten eine wirklich sehr tolle Leistung – jede Spielerin gab alles. So wurde das Turnier zu einem gelungenen Wettkampf mit einem verdienten Sieger.
Die gesamte Schulfamilie gratuliert den Mädchen zum Sieg im Kreisfinale und wünscht ihnen für den Regionalentscheid viel Erfolg.
(Bianca Schiller)
Kreisentscheid Schwimmen
Am 21. April 2026 nahm unsere Schule mit viel Engagement am Kreisentscheid im Schwimmen in Viechtach teil.
Insgesamt gingen 31 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen an den Start, was wieder eine Steigerung der Teilnehmerzahl zum letzten Jahr darstellt. Es wurde sowohl in Einzelwettkämpfen als auch in einer abschließenden Staffel gegen insgesamt fünf Teams anderer Schulen aus dem Landkreis gestartet. Auf dem Programm standen 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust sowie eine 4 x 50 Meter Staffel, wobei die jeweiligen Zeiten für die Endabrechnung addiert wurden.
Mit großem Teamgeist, viel Einsatz und sportlichem Ehrgeiz erreichten unsere Schwimmerinnen und Schwimmer erfreuliche Resultate:
Mädchen IV: 3. Platz
Mädchen III: 3. Platz
Mädchen II: 2. Platz
Jungen II: 2. Platz
Für das Gymnasium Zwiesel im Einsatz:
| 5a: Weidensteiner, Leonie Wenzl, Johanna | 5b: Fischer, Hanna Hock, Josefine Hofman, Lara Kraus, Mia Ruder, Lotta Waldhauser, Lina | 6b: Unnasch, Lea | 7c: Topolski, Maya Kollmeier, Linda Röck, Theresa Reif, Elena Gstöttner, Paula |
| 8c: Stadler, Franziska Waldhauser, Lilly | 9a: Kronschnabel, Eneas Lippl, Ema Raffalt Simon | 9b: Ernst, Anna König, Moritz Kroner, Leni Sitzberger, Lucas Treml, Paula | 9c: Lorenz, Emma |
| 10a: Reiner, Constantin Wildfeuer, Luis | 10b: Kapfhammer, Katja | 10c: Heller, Anna | 11a: Gallenkamp, Caroline |
| 11c Draxler, Lucas |
(Michael Hamberger)
Fusion im Fokus
Wie baut man die Sonne auf der Erde nach?
48. Edgar-Lüscher-Seminar befasste sich mit Plasma-Physik und Kernfusion
Moderne Entwicklungen wie künstliche Intelligenz oder Elektromobilität befeuern den Energiehunger der Welt. Eine hoffnungsvolle Antwort darauf nahm man beim Edgar-Lüscher-Seminar am Gymnasium Zwiesel ins Visier. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie man die Fusionsprozesse, die in der Sonne ablaufen, auf der Erde technisch nachahmen und aus der Verschmelzung von Deuterium und Tritium zu Heliumkernen Energie gewinnen kann. Nur 2,5 Gramm Deuterium-Tritium-Gemisch können dieselbe Energiemenge freisetzen wie 28 Tonnen Kohle – ohne dabei klimaschädliches CO2 freizusetzen. Grund genug, sich mit der Technologie genauer auseinanderzusetzen.
Acht Spitzenforscher referieren in Zwiesel
Der Ministerialbeauftragte Ltd. OStD Peter Brendel lud deshalb unter dem Motto „Plasma-Physik und Kernfusion“ zur 48. Auflage der traditionsreichen Lehrerfortbildung an das Gymnasium ein. Den wissenschaftlichen Leitern des Seminars, Prof. Winfried Petry und Prof. Peter Müller-Buschbaum, ist es erneut gelungen, acht hochkarätige Sprecher aus der Spitzenforschung nach Zwiesel zu holen, wo sie den interessierten Lehrkräften Einblicke in ihre Arbeit gewährten. Eine Besonderheit war dabei, dass auch zwei Sprecher deutscher Start-up-Unternehmen gewonnen werden konnten, die an der wirtschaftlichen Umsetzung von Kernfusionsreaktoren arbeiten.
Faszinierender Schülervortrag und Einführung in Plasma
Bereits am Freitagvormittag bekamen Schüler aus Zwiesel, Grafenau und Landau einen Einblick in das spannende Thema. Dr. Alf Köhn-Seeman von der Universität Stuttgart gab den potenziellen Forschern der Zukunft eine Einführung in die Plasma-Physik und die Grundlagen der Kernfusionstechnik. Unterstützt wurde er dabei von Dr. Silke Stähler-Schöpf vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Dr. Andreas Kratzer vom Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften, die mit anschaulichen und verblüffenden Experimenten beeindruckten. Köhn-Seeman startete dann auch am Nachmittag mit dem ersten Fachvortrag für die Lehrkräfte. Auch sie erhielten zunächst Informationen zum häufig vernachlässigten vierten Aggregatzustand: Plasma. Vereinfacht gesprochen handelt es sich dabei um teilweise ionisierte Gase, die besondere physikalische Eigenschaften zeigen. Um Fusion zu ermöglichen, müssen sich die Teilchen sehr nahekommen – das ist nur bei sehr hohen Temperaturen möglich. Das elektrisch leitfähige Plasma muss dazu auf Temperaturen von bis zu 150 Millionen Grad Celsius erhitzt werden. Diese Temperaturen führen zur ersten Hürde bei der Umsetzung des Prozesses, der in der Sonne von selbst abläuft, auf der Erde: Das Plasma muss von den Reaktorwänden ferngehalten werden.
Fusionsexperimente und Energiebilanz
Einen Ansatz dazu stellte Dr. Gregor Birkenmeier, Leiter der Arbeitsgruppe „Plasmaturbulenzen“ am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, vor. Das heiße Plasma wird in einem Magnetfeldkäfig eingeschlossen und so von den Wänden des Reaktors ferngehalten. Was zunächst simpel klingt, bringt einige Herausforderungen mit sich. Birkenmeier stellte das Tokamak-Prinzip als eine der bereits realisierten Lösungen genauer vor. Bereits 1950 entstand die Idee dazu, und es gelang bald, Plasmen sicher einzuschließen. Als sowohl physikalisch als auch politisch spannendes Großprojekt wurde die im Aufbau befindliche Anlage ITER genauer vorgestellt. Ziel der Großforschungsanlage ist es zu zeigen, dass zum einen ein Dauerbetrieb von Fusionsexperimenten möglich ist und zum anderen eine nennenswert positive Energiebilanz erreicht werden kann. Politische Brisanz entsteht durch die Beteiligung von 37 Nationen, darunter auch Russland.
Star-ups und Firmengeheimnisse
Einen anderen Ansatz zur Realisierung von Fusionskraftwerken stellte Dr. Katinka von Grafenstein am Samstagvormittag vor. Sie beschäftigt sich beim Start-up-Unternehmen Marvel Fusion mit sogenannter Trägheitsfusion. Dabei werden Brennstoffpellets mit ultrakurzen, hochenergetischen Laserpulsen bestrahlt und so komprimiert, dass im Inneren Fusionsprozesse einsetzen. Marvel möchte mit diesem Ansatz wirtschaftliche Nutzbarkeit im Laufe der 2030er-Jahre erreichen. Einen guten Eindruck vom ehrgeizigen Wettrennen um den Durchbruch in Sachen Fusionskraftwerk erhielten die Seminarteilnehmer in der Fragerunde. Gelegentlich konnte Dr. von Grafenstein Fragen nur schmunzelnd mit dem Wort „Firmengeheimnis“ beantworten.
Stellaratoren und Supercomputer
Eine weitere Möglichkeit des magnetischen Plasmaeinschlusses stellte Prof. Ulrich Stroht vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit dem Stellarator vor. Magnetischer Einschluss verlangt stets verdrillte magnetische Feldlinien. Der Stellarator setzt dabei auf höchst komplex aufgebaute Magnetfeldspulen. Der große Vorteil dieses Prinzips ist, dass ein stabiler Dauerbetrieb möglich ist. Die große Schwierigkeit bei diesem Reaktortyp liegt im Design der Spulen. Nur mittels Supercomputern können deren Geometrien entwickelt und verbessert werden. Durch die rasant wachsende Leistungsfähigkeit von Computern und KI sind Stellaratoren zu einer echten Alternative zum Tokamak geworden.
Erstes Fusionskraftwerk in Bayern
An diesem Punkt setzte Dr. Jonathan Schilling von Proxima Fusion an. Das Start-up-Unternehmen plant, mit dem Stellaratorprinzip den Durchbruch bei der wirtschaftlichen Nutzung der Kernfusion zu erreichen. Dr. Schilling berichtete den Zuhörern von den Planungen zum ersten Fusionskraftwerk „Stellaris“. Erst kürzlich haben Proxima Fusion, RWE und der Freistaat Bayern eine Vereinbarung unterzeichnet, dass Stellaris als erstes Fusionskraftwerk in Bayern errichtet werden soll.
Plasmen in der Industrie
Der Samstag wurde von Prof. Achim von Keudell von der Ruhr-Universität Bochum beschlossen. Er bewegte sich in seinem Vortrag wieder weg von den heißen Plasmen der Fusion hin zu kalten Plasmen als Schlüsseltechnologie bei Anwendungen wie Materialsynthese oder Oberflächenbearbeitung. Er zeigte, dass Plasmen eine zentrale Rolle in der Industrie spielen – angefangen bei günstigen Kosmetikprodukten bis hin zu mehrere Hundert Millionen Euro teuren Lithografieanlagen zur Herstellung hochmoderner Mikrochips. Aber auch hier gelang der Brückenschlag zur Energiefrage. Von Keudell erklärte den Lehrkräften, dass Plasmatechnologien den Weg zur Energiewende ebnen, da sie CO2-freie Produktionswege ermöglichen.
Von Lithium zu Tritium
Der Seminarsonntag wurde von Dr.-Ing. Thomas Giegerich vom Karlsruher Institut für Technologie eröffnet. Nachdem zwei Tage lang der Frage nachgegangen worden war, wie man Energie aus Fusion gewinnen kann, beschäftigte sich sein Vortrag damit, wie man überhaupt an den Brennstoff für den Betrieb von Fusionsreaktoren gelangen kann. Während Deuterium nahezu unerschöpflich im Meerwasser vorkommt, gibt es weltweit nur etwa drei Kilogramm natürliches Tritium. Giegerich erläuterte, dass man den Ansatz verfolgt, das Tritium in den Fusionsreaktoren selbst aus Lithium zu erbrüten. Dazu muss ein möglichst großer Teil der Reaktorwände mit lithiumhaltigen Brutblankets ausgekleidet werden. Die beim Fusionsprozess freiwerdenden Neutronen sollen dann die Lithiumkerne in Tritium umwandeln. Was zunächst einfach klingt, stellt die Forscher noch vor große Herausforderungen. Den Zuhörern wurde so ersichtlich, dass nicht nur die positive Energiebilanz der Reaktoren eine Schwierigkeit darstellt, sondern insbesondere auch die Beschaffung der Ausgangsstoffe.
Ausblick auf zukünftige Fusionskraftwerke
Den Schlussakkord setzte Dr. Golo Fuchert, der die weite Anreise vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald nach Zwiesel auf sich nahm. Er wagte mit den Physiklehrkräften einen Ausblick darauf, wie ein zukünftiges Fusionskraftwerk aussehen könnte, wenn alle anderen Hürden gemeistert sind. Sein Fazit war, dass es sich dabei sicher um Großkraftwerke handeln wird und nicht um „Balkon-Reaktoren“, da die Effizienz direkt mit der Größe des Kraftwerks skaliert. Dr. Fuchert konnte den Anwesenden aber versichern, dass aktuelle Simulationen zeigen, dass Fusionsreaktoren nicht zu spät kommen werden, um sinnvoll in die Energieinfrastruktur eingebettet zu werden, und dass sie rentabel betrieben werden können.
Dank an Referenten und Sponsoren
Abschließend bedankte sich Prof. Müller-Buschbaum bei allen Teilnehmern für ihr Interesse an der aktuellen Forschung und die Bereitschaft, physikalische Entwicklungen in die Schulen und an die Schülerinnen und Schüler heranzutragen. Er dankte allen Sprechern für ihre engagierten Beiträge, dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik für die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Referenten und dem Gymnasium Zwiesel, das dem Seminar eine Heimat gibt.
Stellvertretend für die Schule bedankte sich StR Stephan Loibl bei den wissenschaftlichen Leitern für die Zusammenstellung des spannenden Vortragsprogramms. Einen herzlichen Dank richtete er an alle Sprecher, die ohne Honorar bereit sind, nach Zwiesel zu kommen und dort interessierten Lehrkräften tiefe Einblicke zu gewähren. Besonders hervorgehoben wurde von Loibl die finanzielle Unterstützung durch die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz in Garching sowie das Sponsoring von Glaspräsenten für alle Sprecher durch Zwiesel Fortessa.
Antworten auf die Energiefragen der Zukunft
Die 48. Auflage des Edgar-Lüscher-Seminars gab allen Teilnehmern einen gelungenen Einblick in den Status quo der heiß diskutierten Fusionstechnologie. Gerade durch die Mischung aus Vertretern der Grundlagenforschung und der Wirtschaft erkannten die Physiklehrkräfte, dass zwar noch einige Hürden zu nehmen sind, die Kernfusion aber eine ernstzunehmende Antwort auf die Energiefrage der näheren Zukunft sein kann. Sicher steht damit noch ein weites Feld für ihre Schülerinnen und Schüler offen, die die Forscher der Zukunft sein können.
(Stephan Loibl)