Biologieunterricht trifft Spitzenforschung: Zwieseler Gymnasiasten erleben Genetik und Bioinformatik an der TH Deggendorf

Wie lassen sich die Aktivitäten von Genen untersuchen und krankheitsbedingte Veränderungen in Zellen erkennen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 20 Schülerinnen und Schüler des Biologie-eA-Kurses am Gymnasium Zwiesel bei einer Exkursion an die Technische Hochschule Deggendorf (THD) in der vergangenen Woche. Dabei konnten sie die im Unterricht erarbeiteten Grundlagen der Genetik praktisch anwenden und einen Einblick in die moderne biomedizinische Forschung gewinnen.

Der eA-Kurs steht für „erhöhtes Anforderungsniveau“ und bezeichnet einen Biologiekurs, in dem die Schülerinnen und Schüler fachliche Inhalte vertieft in fünf Unterrichtsstunden pro Woche bearbeiten. Nachdem sie sich im Unterricht bereits intensiv mit theoretischen Grundlagen der Genetik auseinandergesetzt hatten, bot der Besuch an der THD die Gelegenheit, diese Kenntnisse in einem wissenschaftlichen Umfeld zu vertiefen.

Vom Labor bis zur digitalen Datenanalyse

Im Labor für Translationale Biomedizin erhielten die Jugendlichen zunächst Einblicke in molekularbiologische Arbeitsweisen. Unter fachkundiger Anleitung lernten sie, wie RNA aus Zellen des malignen Melanoms, einer Form von schwarzem Hautkrebs, isoliert werden kann. Dabei waren sorgfältiges Arbeiten und der präzise Umgang mit Laborgeräten wie Pipetten und Zentrifugen gefragt.

Im Anschluss wechselten die Schülerinnen und Schüler vom Labor in den Computerraum. Dort stand die Bioinformatik im Mittelpunkt: Mithilfe digitaler Werkzeuge und biomedizinischer Datensätze beschäftigten sie sich damit, wie sich die Aktivität von Genen untersuchen lässt und welche Unterschiede sich zwischen gesunden und erkrankten Zellen erkennen lassen.

Die Verbindung beider Arbeitsbereiche machte deutlich, wie eng moderne Biologie und Informatik miteinander verknüpft sind. Während molekularbiologische Verfahren wichtige Ausgangsdaten liefern, helfen computergestützte Analysen dabei, große Datenmengen auszuwerten und mögliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Genetik mit Bedeutung für die Medizin

Besonders anschaulich wurde für die Jugendlichen, welche Bedeutung diese Methoden für die medizinische Forschung haben. Die Analyse der Genaktivität kann dazu beitragen, charakteristische Veränderungen in Krebszellen zu erkennen und sogenannte Biomarker zu identifizieren. Solche Erkenntnisse sind unter anderem für die Entwicklung zielgerichteter Therapien und die personalisierte Medizin von Interesse.

Der Besuch zeigte damit, dass die im Schulunterricht behandelten Themen weit über theoretische Modelle und Lehrbuchinhalte hinausreichen. Die Schülerinnen und Schüler konnten nachvollziehen, wie genetische Grundlagen mit modernen Untersuchungsmethoden verbunden werden und welchen Beitrag bioinformatische Verfahren zur Erforschung von Krankheiten leisten.

Die Exkursion an die TH Deggendorf bot somit nicht nur eine willkommene Ergänzung zum Biologieunterricht, sondern auch einen Einblick in aktuelle Forschungsfelder und mögliche berufliche Perspektiven an der Schnittstelle von Biologie, Informatik und Medizin. Der Tag machte deutlich, wie spannend es sein kann, den „Code des Lebens“ nicht nur zu verstehen, sondern mit wissenschaftlichen Methoden selbst zu untersuchen.

(Kerstin Bredl)