Transalpfahrt des P-Seminars Sport am Gymnasium Zwiesel
Nach einer kurzen Pause im letzten Schuljahr fanden sich dieses Jahr wieder elf Kandidaten zur Transalpfahrt des P-Seminars Sport, zum ersten Mal leider ausschließlich männliche Schüler, zusammen, um mit dem Mountainbike die Alpen zu überqueren.
Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung, bei der sowohl der Bustransfer, die schwierige Quartiersuche, das Finden von Sponsoren und vor allem das Training der persönlichen Kondition auf dem Plan standen, machte sich die Gruppe unter der Begleitung des erfahrenen Lehrerteams Kerstin Bredl und Franz Kuchler am 17.Juli um vier Uhr in der Früh auf zum Startpunkt Mayrhofen im Zillertal.
Beginn mit schweißtreibender Königsetappe
Gleich die erste Etappe über das Hundskehljoch war mit 2000 Höhenmetern, von denen das Rad 600 Höhenmeter bergauf und 300 Höhenmeter bergab geschoben und getragen werden musste, die Königsetappe der Tour. Aussage auch der gut trainierten Schüler: „So etwas Anstrengendes hab` ich in meinem ganzen Leben noch nicht gemacht.“ Im Ahrntal angekommen erwartete die Gruppe noch ein heftiger Regenschauer, sodass man wie aus dem Wasser gezogen das Quartier in Luttach erreichte.
Im Herz der Dolomiten
Die zweite Etappe, eine Art Transferetappe, führte die Gruppe über St. Vigil und den Col Ancona nach Badia ins Gadertal, das Herz der Dolomiten. Der folgende Tag über die Armentarawiesen unter dem Heiligkreuzkofel entlang nach St. Kassian, dann hoch zur Pralongahochebene, und wieder runter nach Arabba war ein erster beeindruckender Höhepunkt in den Dolomiten. Von hier aus kämpfte sich die Gruppe am nächsten Tag fahrend und schiebend hoch zur Porta Vescovo, wo jeder von dem umwerfenden Panorama der Dolomitenriesen, vor allem von der Marmolada, die zum Greifen nah war, begeistert war.
Auf dem Panoramaweg nach Vigo
Es folgte ein Panoramaweg sonders gleichen. Leider musste sich die Radlergruppe den wohl schönsten Höhenweg in den Dolomiten, den sogenannten Bündelweg, mit hunderten von Wanderern teilen, sodass nur kurze Stücke gefahren werden konnten, obwohl das meiste durchaus fahrbar gewesen wäre. Ziel dieser Etappe war Vigo im Fassatal.
Letzte Kraftreserven auf der Schlussetappe
Der fünfte Tag sollte eigentlich über den Passo Luisa nach Predazzo und dann hoch zum Reiterjoch führen. Leider musste der erste Anstieg wegen des wechselhaften Wetters ausgelassen werden. Auf der Schlussetappe galt es, noch einmal die letzten Kraftreserven zu mobilisieren, denn die Auffahrt bzw. der Aufstieg auf den Zangen mit Steigungen bis zu 45 Prozent hatte es in sich. Die Abfahrt vom Zangen gestaltete sich noch schwieriger, da die Räder die ersten 200 Höhenmeter in steilem, felsigem Gelände getragen werden mussten.
Nach dieser schwierigen Passage erreichte man das Lavazejoch und schließlich das Jochgrimm, von wo aus eine 2000 Höhenmeter lange Abfahrt hinunter zum Kalterersee die Gruppe für die Strapazen entschädigte. Nach einem genüsslichen Bad im warmen Kalterersee und einer wohlverdienten Mahlzeit im Seerestaurant trat die Gruppe müde, aber stolz auf das Geleistete, die Heimreise mit einem Bus der Firma Lambürger an, der die Gruppe auch zum Ausgangspunkt gebracht hatte.
(Franz Kuchler)