Ein Insider der Computerwelten referiert vor Gymnasiasten
„Ich habe 1989 an dieser Schule mein Abitur gemacht und die Schulzeit war die wichtigste Zeit meines Lebens!“ – so begann Hans Ippisch, der aus Rinchnachmündt stammt und mittlerweile als eine der prägenden Figuren der deutschen Gaming-Industrie, als Unternehmer, Dozent und Berater tätig ist und an Universitäten in München in Rom lehrt, seinen Gastvortrag am Gymnasium Zwiesel. Mit seinem Buch „Drei Leben für Games“ war er auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, ebenso auf der Games com – aber so meint er: „Ich dachte mir, gerade die Heimat wäre wichtig.“
Und so konnten Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 – 13 des Gymnasiums Zwiesel einer faszinierenden Karriere lauschen die vom Spieleentwickler über die Chefredaktion großer Computermagazine bis zum CEO und Unternehmer reicht.
Von der Schule in die Welt
Hans Ippisch (*1970) begann seine Karriere 1986 als 16-jähriger Spieleentwickler und das, so betont er mehrfach, verdankt er der Initialzündung im Computerraum des Gymnasiums Zwiesel im Jahr 1984, als der damalige Oberstudienrat Erfried Weber seinen Schülern den Zugang zu den ersten CBM 3000 Computern ermöglichte – eine Faszination, die Hans Ippisch Zeit seines Lebens nicht mehr losließ.
Er vermittelte seinen Zuhörern einen Abriss über Games und ihre Geschichte, vom Durchbruch der Arcade-Games mit dem Spiel „Pong“ über die Pioniere von „Fortnite“ und „Counterstrike“ und amüsierte nicht zuletzt mit der Anekdote, dass er selbst 1987 das erste indizierte „Killer-Spiel“ programmiert habe: Dabei sieht man auf der Leinwand zwei Strichmännchen im Spiel „Soldier!“, die gegeneinander kämpfen – heute wirkt das unglaublich harmlos und fast kindlich!
Neueste Technologien
Ippisch informierte aber auch über neuesten Entwicklungen wie das „In-Car-VR-Entertainment“ bei der Audi-Ausgründung holoride, deren Principal Hans Ippisch ist und wo er als Visionär agiert.
Faszinierend erschienen zudem die Einblicke in die Business-Modelle der großen Player von „Angry Birds“ über „World of Warcraft“ oder „Minecraft“, deren Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich liegen.
Impulse für die Schüler
Am Schluss seines Vortrages aber blickte Hans Ippisch in einer kurzen Lesung aus seinem Buch mit dem Kapitel „Der Computerraum und Weihnachten“ noch einmal zurück in seine Schulzeit am Gymnasium Zwiesel, als ihm der damalige Direktor Dr. Schlumprecht als 16Jährigem die Erlaubnis gab, für mehrere Tage nach Gütersloh zu reisen, um bei „Rainbow Arts“ an der Fertigstellung seines ersten, selbst programmierten Computerspiels mitzuwirken.
Die Lehrer am Gymnasium hätten – so Ippisch – Weitblick bewiesen und wichtige Impulse an ihre Schüler gegeben. Und auch er selbst hatte noch einen wichtigen Impuls für seine jungen Zuhörer: Sie sollten lernen, die Künstliche Intelligenz als wichtiges Werkzeug zu benutzen, daneben aber müssten sie sicher verschiedene Materien beherrschen und selbst kreativ und wissensdurstig sein!
„Leidenschaft für den Beruf oder ein Hobby ist das Wichtigste – ebenso wie Offenheit für neue Ideen!“ – und mit diesem Ratschlag verabschiedete sich der Technologie-Visionär unter großem Applaus von seinen Zuhörern.
(Martina Kuchler)