Präventionsarbeit und Einblicke in die Strafjustiz

In den vergangenen zwei Tagen durfte das Gymnasium Zwiesel eine besondere Expertin begrüßen: Richterin Ellmann vom Amtsgericht Viechtach besuchte mehrere Klassen und gewährte den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in ihre Arbeit als frühere Staatsanwältin in Regensburg und Richterin am Amtsgericht in Viechtach.

Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien

Im Mittelpunkt für die vier 7. Klassen stand das Präventionsprojekt „Mach dein Handy nicht zur Waffe“ des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz. Dabei wurde den Jugendlichen anschaulich vermittelt, welche rechtlichen und persönlichen Folgen etwa das Verbreiten von beleidigenden, verletzenden oder strafbaren Inhalten über Smartphones und soziale Netzwerke haben kann. Themen wie Cybermobbing, das Weiterleiten von Bildern sowie die Verantwortung im digitalen Raum wurden altersgerecht und praxisnah besprochen. Durch zahlreiche Beispiele aus dem Alltag gelang es Frau Ellmann, die Schülerinnen und Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu sensibilisieren.

Authentische Einblicke in das Strafrecht

Die Klasse 10b profitierte besonders vom Besuch der Richterin. In einer Doppelstunde wurde intensiv erläutert wie die Strafzumessung in der Praxis erfolgt. Dabei wurde auch eine Verhandlung thematisiert, die einige Schülerinnen und Schüler in den Osterferien besucht hatten.

Richterin Tamara Ellmann erläuterte, welche Faktoren sie bei der Festlegung eines Strafmaßes berücksichtigt – etwa Tatmotiv, Vorstrafen, Alter, Reue oder die persönlichen Lebensumstände eines Angeklagten. Dabei griff sie auf ihren umfangreichen Erfahrungsschatz aus ihrer früheren Tätigkeit als Staatsanwältin sowie ihrer heutigen Arbeit als Richterin zurück und konnte den Schülerinnen und Schülern zahlreiche authentische Einblicke in reale Gerichtsverfahren geben. Die Klasse erlebte somit, wie die im Unterricht vermittelte Theorie in der Praxis Anwendung findet. Interessierten Schülern hat Frau Ellmann angeboten, dass sie in den Sommerferien gerne wieder eine Verhandlung besuchen können.

Prävention und Rechtsbildung

Der Besuch bot den Jugendlichen nicht nur interessante Informationen über das Projekt „Mach dein Handy nicht zur Waffe“ und das deutsche Rechtssystem, sondern auch die Gelegenheit, Fragen direkt an eine Expertin zu richten. Der Besuch stellte damit eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht dar und zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Präventionsarbeit und Rechtsbildung an Schulen sind.

(Stefan Ziegler)